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2026.05.26 / 45. Prozesstag / Antifa-Ost-Komplex

Die Verhandlung beginnt pünktlich an diesem heißen Dienstag morgen. Geladen ist, als einziger Zeuge für den Tag, Prof. Dr. Labudde aus Mittweida, ein regelmäßiger Sachverständiger bei den Prozessen in Dresden (https://www.antifaostkomplex.org/ausblick-prozesstage-40-und-41-27-und-28-04-26-ladung-prof-labudde-und-brian-engelmann/) und Düsseldorf (https://bsg-nrw.org/15-verhandlungstag-18-03-2026/) . () Der redselige Professor wird heute von der Verteidigung befragt. Für Beobachter*innen ist Labuddes monologisierende, mit Fachbegriffen gespickte und belehrende Vortragsweise schwer erträglich, nichtsdestotrotz sollen im Folgenden die wichtigsten Punkte der Befragung herausgestellt werden. 

Zunächst wird er zum Datenschutz bei seiner Arbeit mit den höchstpersönlichen Informationen der Beschuldigten befragt. Zwar gäbe es keine Datenschutzbelehrung für seine Mitarbeiter*innen, jedoch verfüge das Institut über verschlüsselte Container in denen die Datensätze gespeichert seien, er selbst würde nachdem er von rechtskräftigen Urteilen erfahre diese löschen. Auch die Server („virtuelle Maschinen“) der Hochschule seien verschlüsselt, allerdings übermittle er seine Ergebnisse z.B. dem Gericht über NextCloud.

Es folgen lange Ausführungen gegenüber Fragen der Verteidigung nach der Evidenz seiner Arbeit, wissenschaftlichen Reviews seiner Veröffentlichungen und seinem Umgang mit möglichen Fehlerquellen und deren Einfluss auf die Wahrscheinlichkeit seiner Vermessungen und deren Ergebnisse.

Aktuell vermisst Labudde 11 Körpermerkmale, mit denen könne er schon recht zuverlässig arbeiten, dabei sei die Höhe des Unterschenkels der wichtigste Messwert. Weniger als 11 Merkmale könnten die Ergebnisse schon stark verfälschen. Die Verteidigung wirft ein, dass laut einer wissenschaftlichen Studie die menschliche Körpergröße täglich zwischen 1,5-3cm schwanke und wie genau denn dann seine Messungen sein können. Darauf entbricht ein längerer Vortrag Labuddes – grob zusammengefasst schenkt er der Studie keinen Glaube und selbst wenn diese Recht habe, so wäre das kein Problem. Auf einmal hebt Labudde seinen Fuß über den Tisch des Zeugenstandes um die Stellung des Fußes und der Fußgelenke zu erklären, was zu allgemeiner Belustigung im Saal führt. 

Nachdem Labudde um 11:30 Uhr entlassen wird, beschließt der Senat ein Selbsleseverfahren und führt in handgestoppten 15 Minuten alle 27 Dokumente ausführlich ein. Ebenso ausführlich ist dann der Widerspruch der Verteidigung dagegen, unter anderem werden rechtliche Fehler bemängelt. Eine halbe Ewigkeit später gibts dann, nach vielen Wörtern, Zahlen und Verweisen, erstmal zwei Stunden Mittagspause.

Als diese vorbei ist, folgt der Widerspruch der Verteidigung gegen die Verwertung von Labuddes Aussagen. Zum Schluss werden noch Bilder von in Leipzig stattgefundenen Observationen aus dem Sommer 2020 gezeigt.

Kurz vor 15:00 endet dann der 45. Prozesstag am OLG Dresden. 

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