|

2026.04.16 / 37. Prozesstag / Antifa-Ost-Komplex

Am heutigen Prozesstag bildeten die Anhörungen von Zeug*innen zur Nutzung der Sporthalle der BSG Chemie Leipzig, der Ablauf des Risikospieltags am 03.08.2019, sowie die Ladung des Neonazis Brian Engelmann die Schwerpunkte.

Desweiteren stellte die Verteidigung an diesem Hauptverhandlungstag einen Antrag auf eine Hilfskraft im Saal auf Seite der Verteidigung zur Dokumentation. 

Die*der erste Zeug*in machte Angaben zum Hergang der Aufführung und der Begleitung der Einlaufkinder der BSG Chemnie Leipzig am Spieltag am 03.08.2019, sowie zu zugehörigen Treffpunkten und zur Vorbereitung. 
Laut der*des Zeug*in erfolgte an dem Tag selber keine Nutzung der Sporthalle durch die Einlaufkinder, aufgrund einer anderweitigen Nutzung derselben.
Anschließend wurden diverse Chatverläufe zwischen der*dem Zeug*in bzw. Vertreter*innen der BSG Chemie Leipzig sowie den Eltern der Einlaufkinder in Augenschein genommen. 

Die*der zweite Zeug*in machte Angaben zur polizeilichen Lage am Spieltag sowie zu der grundsätzlichen Anwesenheit von szenekundigen Beamten am 03.08.2019.
Laut Aussage fand kein Austausch mit der Polizei über den Tag bzw. die Einsatzlage statt. 
Anschließend wurde eine Karte mit dem Gelände der BSG Chemie Leipzig, also des Alfred-Kunze-Sportparks, in Augenschein genommen und diverse auf der Karte enthaltene Objekte benannt. 

Die Hauptverhandlung wurde für eine Pause von 10:40 Uhr bis 13:00 Uhr unterbrochen. Aufgrund einer Verspätung der Angeklagten wurde die Verhandlung  erst um 13:40 Uhr fortgesetzt.

Die*der dritte Zeug*in machte Angaben zum Sicherheitsdienst im Rahmen der Spiele und insbesondere zum Ablauf der Einlasssituation an Spieltagen. Beim Einlass fänden Personenkontrollen statt, zudem würden auch die Spielkarten selber und mitgeführte Rücksäcke u.ä. kontrolliert. Es ist unklar, ob es zu Ausschreitungen an dem Spieltag kam. Zutritt zur Sporthalle sei grundsätzlich nur mit einer Karte möglich, zudem sei eine besondere Akkreditierung notwendig. Allerdings sei hier auch der schlechte Zustand der Zäune zu berücksichtigen. Hierzu wurde auch ein*e weitere*r Zeug*in benannt. 
Anschließend wurde erneut eine Karte mit dem Gelände der BSG Chemie Leipzig in Augenschein genommen und diverse auf der Karte enthaltene Objekte benannt. 

Als vierter Zeuge war der Neonazi Brian Engelmann geladen. Er wurde angehört zum Ablauf seiner Prüfungstage im Jahre 2020. Er schilderte seine Eigenwahrnehmung zu möglichen Gefährdungen seiner Person und insbesondere zum Ablauf des 08.06.2020 sowie zu eigenen und polizeilichen Schutzmaßnahmen im Hinblick auf einen möglichen Angriff auf ihn. 
Folgend ging es um den Ablauf der weiteren Prüfungstage, sowie einer Inaugenscheinnahme einer Karte des Prüfungsgebäudes. Such seine  Begleitung zu verschiedenen Prüfungstagen durch befreundete Neonazis wurde Thema.
Danach wurde Engelmann durch die Verteidigung zu seiner Beteiligung und dem Ablauf des Angriffs auf Connewitz am 11.01.2016 befragt. Diese Befragung wurde aber sehr schnell durch den Senat behindert. Es folgte ein Gerichtsbeschluss mit einer Sperre für diese Frage und nachfolgenden Fragen durch die Verteidigung zu diesem Themenkomplex. 
Engelmann wurde für eine weitere Befragung am 28.04.2026 als Zeuge geladen. 

Der Prozesstag endete um 18:00 Uhr.  

Ähnliche Beiträge